„Green Social Housing“: Wien als Vorbild für New York City

Metropolen wie New York stehen vor riesigen Herausforderungen: Wie schützt man die Bewohnerinnen und Bewohner vor den Auswirkungen der Klimakrise, vor Hitze, Starkregen oder Überflutungen? Wie lassen sich mehr als eine Million Gebäude auf erneuerbare Energie umstellen?

Eine Wiener Delegation mit Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky hat sich zum Austausch in New York mit Abgeordneten, Vertreter*innen der New Yorker Stadtverwaltung und Wissenschafter*innen der Columbia University getroffen.

„Unsere Städte klimaneutral zu machen, ist ein Projekt groß wie die Mondlandung. Aber wie damals gilt auch heute: Es gibt keine Aufgabe, die zu groß ist, wenn wir eine klare Mission verfolgen. Und die Mission ist: ein gutes Leben für alle mit einer intakten Umwelt, sauberer Luft in einer Stadt, in der es gerecht zugeht. Auch in New York wird an dieser Mission gearbeitet. Und trotz der schwierigen Umstände mit einem Präsidenten, der die Klimakrise leugnet und Kriege anzettelt, habe ich hier unglaublich viel Optimismus, Hoffnung, Zuversicht und Mut erlebt.“ –  Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky

Das größte Thema in New York ist ganz klar Leistbarkeit. Bürgermeister Zohran Mamdani hat damit auch die Wahlen gewonnen. Er und sein Team haben das Ziel, die Stadt klimaneutral zu machen, ohne dass die breite Mehrheit die Kosten dafür zahlen muss. Das ist nicht einfach, die Stadt hat nicht viel Geld, und die Lebenserhaltungskosten für die Menschen sind enorm. Und genau deshalb blicken viele in New York mit Interesse nach Wien.

„Unsere Städte klimaneutral zu machen, ist ein Projekt groß wie die Mondlandung. Aber wie damals gilt auch heute: Es gibt keine Aufgabe, die zu groß ist, wenn wir eine klare Mission verfolgen.“
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky

Das wurde auch im Gespräch mit dem Soziologen Daniel Aldana Cohen und einer Reihe von Wissenschafter*innen, NGO-Vertreter*innen und Mitarbeiter*innen der Stadtregierung beim Talk „Urban Climate Governance and Democracy in New York City and Vienna“ deutlich. Cohen hat gemeinsam mit Aaryaman Singhal, Ruthy Gourevitch and Gianpaolo Baiocchi den Bericht „Green Social Housing: Lessons from Vienna“ verfasst, in dem sie nachzeichnen, dass der soziale Wohnungsbau in Wien die Bewohner*innen sowohl vor Immobilienspekulationen als auch vor den Folgen des Klimawandels schützt.

Wien war bereits 2022 und 2024 Ziel von Delegationen aus New York, Chicago, Seattle und Philadelphia, die sich insbesondere für den sozialen Wohnbau und die „grüne Transformation“ interessierten. Cohen sieht in Wiens Kombination aus Sozialwohnbau und Klimaanpassung einen empirischen Gegenbeweis zur These, dass Klimaschutz und Leistbarkeit in Widerspruch stehen – und nutzt Wien aktiv als Argument in der US-Klimadebatte.

„Nach den vielen Gesprächen wurde mir einmal mehr klar: Mit dem sozialen Wohnbau und unseren kommunalen Unternehmen haben wir in Wien außergewöhnlich gute Rahmenbedingungen, um die Mission „Klimaneutralität 2040“ zu schaffen. Mit unserem Programm Raus aus Gas, den Investitionen in die Wasserversorgung und dem Schutz vor Starkregen sowie dem Ausbau des Grünraums setzen wir die nötigen Schritte.“ – Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky

„Nach den vielen Gesprächen wurde mir einmal mehr klar: Mit dem sozialen Wohnbau und unseren kommunalen Unternehmen haben wir in Wien außergewöhnlich gute Rahmenbedingungen, um die Mission „Klimaneutralität 2040“ zu schaffen.“
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky